Domaine Partagé
Gilles BERLIOZ

Savoyen, angebaut wie ein Garten – sortenreine Cuvées, Frische aus den Bergen und Rotweine mit Würze und Charakter.

Schnappschuss

Region : Chignin, Savoyen – Südhänge unterhalb des Massif des Bauges, nur einen Steinwurf von Chambéry entfernt

Stil : Hochpräzise Alpenweine: strukturierte, mineralische Weißweine und lebendige, würzige Rotweine – klar, rein, für die Reifung ohne Schwere geschaffen.

Rebsorte : Roussanne (Chignin-Bergeron), Jacquère, Altesse (Roussette) sowie Mondeuse, Persan (und kleine Mengen je nach Jahr)

Landwirtschaft : Zertifiziert biologisch, Bewirtschaftung wie in einem „Weinberggarten“ – Pflügen mit Pferden, sorgfältige Handarbeit, geringe Erträge und ein starker Fokus auf lebendige Böden.

Weinbereitung : Eine Parzelle = eine Cuvée; Spontangärung, schonende Behandlung und Ausbau mit Fokus auf Klarheit (oft in eiförmigen Gärbehältern) statt auf Eichenaroma.

Charakteristik : Bergige Spannung mit ausgeprägter Fülle im Gaumen: Salz, Kräuter, Steinobst und dieser kühle, köstliche Biss – Weiß- und Rotweine wirken gleichermaßen präzise und lebendig.

„Le vin est fait avant tout pour être bu.“

GILLES BERLIOZ

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WIE ER HIERHER GEKOMMEN IST

Gilles Berlioz begann 1990 klein, als er ein winziges Familiengrundstück in Chignin erbte. Davon konnte er nicht leben, also arbeitete er als Landschaftsgärtner, während er nach und nach das Weingut aufbaute, indem er durch praktische Erfahrung lernte und seine Instinkte im Weinberg schärfte.

Anfang der 2000er-Jahre traf er eine entscheidende Entscheidung: Anstatt zu expandieren, wollte er die Qualität steigern. Er verkleinerte die Anbaufläche, um alles biologisch anbauen zu können, und konzentrierte sich ganz auf wenige Parzellen, die er mit der Sorgfalt eines Gartens und nicht wie Nutzpflanzen pflegte.

Später nahm das Weingut den Namen „Domaine Partagé“ an, was dem Geist des Weinguts entspricht: ein kleines, überschaubares Anwesen, das auf Zusammenarbeit, Vertrauen und dem Bestreben, Dinge auf die harte Tour zu erledigen (Handarbeit, Pflügen mit Pferden, akribische Parzellenbetrachtung), basiert, um die Authentizität der Weine zu gewährleisten.

Wo der Wein geboren wird

Chignin liegt in den Ausläufern der Alpen, mit steilen Hängen und einem kühlen Bergklima – warme Tage, kalte Nächte und stetige Brise. Dieses Klima ist das Geheimnis: Es lässt die Trauben optimal reifen und verleiht den Weinen gleichzeitig ihre Frische und Elastizität.

Die Böden sind ein wahres Mosaik aus Kalkstein, Lehm und Schluff/Zitronen – und Berlioz nutzt diese Vielfalt, indem er die einzelnen Parzellen separat abfüllt. Hier gibt es keinen „Savoie Weiß“ oder „Savoie Rotwein“, sondern einen ganz spezifischen Ort, der sich in Textur und Spannung widerspiegelt.

Deshalb sind die Rotweine genauso wichtig wie die Weißweine. Mondeuse und Persan können bei zu viel Druck leicht rustikal werden; in Chignin hingegen, mit sorgfältigem Anbau und schonender Extraktion, entwickeln sie sich zu eleganten, würzigen und mineralischen Weinen – mehr Finesse als Fülle.

CHIGNIN

Wie sich der Wein anfühlt

Ein Terroir, eine Stimme

Reinheit aus Einzellagen – jede Cuvée schmeckt nach Herkunftsort, nicht nach Technik.

Alpine Spannung

Frische und Struktur – köstlich, salzig und beständig

Spice + Lift

Rotweine, die leuchtend und aromatisch bleiben – Pfeffer, Kräuter und kühle Früchte über Steinobst.

FÜR DIE NERDS

Domaine Partagé ist im Wesentlichen ein Weinberg, der sich über drei Inseln in Chignin erstreckt und mit einer für die Region ungewöhnlich hohen Ansprüchen an den Weinbau bewirtschaftet wird. Die Lagen werden oft anhand von drei verschiedenen Parzellen beschrieben: Les Châteaux (das Kerngebiet Chignin-Bergeron), Les Crays (Jacquère und Altesse/Roussette) und Bordiot (Mondeuse mit Persan).

Es geht nicht um eine große Bandbreite, sondern um die präzise Interpretation jedes einzelnen Parzellenweins. Der Anbau erfolgt nach zertifizierten Bio-Standards, mit Pferdepflügen und Handernte in kleinen Kisten, um die Unversehrtheit der Früchte an den steilen Hängen zu gewährleisten. Im Weinkeller folgt das Weingut einer strengen Parzellenlogik („ein Terroir, eine Cuvée“) und arbeitet mit Spontangärung.

Bei Rotweinen wird auf schonende Extraktion und einen sanften Ausbau geachtet, um rustikale Aromen zu vermeiden. Weißweine hingegen zeichnen sich durch Spannung und Textur aus, weniger durch ein ausgeprägtes Aroma – der Ausbau erfolgt bewusst ruhig, oft in eiförmigen Fässern, um die Energie zu bewahren und die Weine ohne deutlichen Eichenholzeinfluss stabil zu halten.

Bei Chignin-Bergeron liegt der Schlüssel darin, dass es sich in dieser Appellation zu 100 % um Roussanne handelt: Die Weine können eine beachtliche Fülle im Mittelteil des Gaumens aufweisen, aber Berlioz bewahrt ihren alpinen Charakter, indem er die Frische sichert (Erntezeitpunkt + Anbau) und eine Ausbaumethode wählt, die die Definition schützt.

Bei den Rotweinen erweist sich Mondeuse als die „Strukturrebsorte“ des Weinguts: pfeffrig, kräuterig, fest und lagerfähig, wenn sie sanft ausgebaut und auf Ausgewogenheit gezüchtet wird. Das gesamte Sortiment zeichnet sich durch konsequente Intention aus: minimale Korrekturen, keine starre Rezeptur und Weine, die sowohl handwerklich als auch technisch einwandfrei wirken – Bergweine mit der für Burgunder typischen Parzellenorientierung.

„Un terroir, une cuvée.“